Kulturbahnhof Nettersheim
Bahnhofstraße 14
53947 Nettersheim
kuba-nettersheim@web.de

aktuell vorschau archiv impressum
kuba Bous

VISPO a}hoy

Visuelle Poesie - regional und international

Eine Ausstellung der Eifelgemeinde Nettersheim
im Kulturbahnhof Nettersheim
2.4. bis 23.4.2017

Eröffnung der Ausstellung
Sonntag, 2.4.2017 - 15 Uhr
Zur Einführung spricht Pit Goertz

Sonntag, 9. April 2017 - 15 Uhr
Ruth Weber (Flöten) und Thomas Gehrke (Klavier)
spielen Kompositionen für Solo und Duo.
Es werden Verse von William Shakespeare bis Wilhelm Busch rezitiert.

Sonntag, 23. April 2017 - 15 Uhr
Was ist Vispo? - Ein Rundgang durch die Ausstellung
mit Barbara Lersch-Schumache

Die Ausstellungsserie wird fortgeführt in Düren,
Schloss Burgau, ab dem 5. Mai 2017.





 

 


 

 

zur Übersicht

VISUELLE POESIE

Optische Formen der Poesie reichen von antiken Figurengedichten über die Karolingische Bildichtung und experimentelle Gedichte barocker Prägung bis zu den Buchstaben- und Neuwortgebilden von Dada und Digitalkunst. Ob auf seltenen Papieren mit Schreib- und Schreibmaschinenspuren, auf Leinwand, in digitalen Formaten oder in Büchern, Skulpturen, Videos, Mode und Architektur – die Synthese der Sister Arts und das damit verbundene neu lesen Lernens wird fortgesetzt: Die Visuelle Poesie (VISPO) ersinnt Glyphen oder Asemisches, arrangiert typographische Fragmente neu oder besteht aus sichtlich „nicht lesbaren“ Texten – sie kann sich kodierter Schriften oder internationaler Codes bedienen.

Kennzeichnend für VISPO ist der spielerische Umgang mit dem Bildraum und die Entformelung von Symbol und Sprache, die „Werte“ signalhaft in Frage stellen kann. Intermediale Einflüsse von Pop Art und Concept Art trugen weitere Mittel zur Störung gewohnter „Leserlichkeit“ zu, die VISPO in ihrer Resilienz gegenüber propagandistischen Aspekten von Sprach- und Bildmedien stärken. K.-P. Dencker stellt fest, dass VISPO Erkenntnisse aus der Geschichte der Kunst und viele Kunstrichtungen in einer Nussschale zeigen kann - bis hin zu den Sprachspielen der Netzwerk-Poesie.

VISPO kann durch ihre Determinanten aus zwei Sphären, der Literatur und der Bildenden Kunst, eine stark lenkende Kunstart sein und stellt so ein ideales Feld zum Training der ästhetischen Anschauung dar. Sie schafft aber zugleich einen Freiraum, der die Vorstellungskraft aktiviert und eine entspannt-kreative Begegnung mit Sprachlichem ermöglicht.

Die konkrete Poesie internationalisierte sich ab den 50er Jahren mit erstaunlicher Geschwindigkeit und bald darauf war das, was erst als „ausgeworfener Wort- und Silbenschutt“ verunglimpft worden war, in fast jedem Lesebuch zu entdecken.

VISPO umfasst „die spielerische Reflexion auf das Verhältnis von Sinn und Sinnlichkeit in der Kunst und den Nachvollzug der individual- und gattungs-geschichtlichen Poetisierung unserer Sinne“ (Barbara Lersch-Schumacher). Heute finden wir in ihren mikropoetischen Formen die Kraft einer jahrtausendealten Kunst, die Sprachmagisches bewahren kann und sich kaum einer modernen Lebenssituation verschließt.

So schärft VISPO das „(Text/Bild)-Kontext- bewusstsein“ und zeigt exemplarisch die Funktion der Kunst, „Ideen- und Formenlieferant für alle Bereiche der modernen Informations- und Kommunikationsgesellschaft zu sein" (Klaus- Peter Dencker).